Aufruf zum bundesweiten Aktionstag "Safe Abortion Day" am 28. Sept 2026

Plane deine Aktion für dieses jahr!

Es reicht – sichere und legale Schwangerschaftsabbrüche JETZT!

§218 Strafgesetzbuch verbietet Schwangerschaftsabbrüche und stellt sie unter Strafe, und das seit 1871 - und jährt sich damit zum 155. Mal!

Deswegen sagen wir: Es reicht! Sichere und legale Schwangerschaftsabbrüche, JETZT!

Wir sind Mütend! Wir sind Müde und wir sind Wütend. 

Wir sind müde, immer noch die gleichen reproduktiven Grundrechte einfordern zu müssen. 

Wir sind wütend, weil wir uns in den letzten Jahren neben einigen Erfolgen, wie der Abschaffung des sogenannten Werbeverbots, auch mit dem Erstarkenden Rechter Kräfte konfrontiert sehen, die unsere Bestrebungen, für sichere und legale Schwangerschaftsabbrüche, untergraben. 

Deshalb rufen wir auch dieses Jahr zum Safe Abortion Day auf. 

Am

28.09.2026

 wollen wir uns gemeinsam deutschlandweit für die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen einsetzen. 

Ein Blick zurück: Bereits 1990 wurde der Safe Abortion Day erstmalig in einigen Teilen Abya Yalas* begangen und bleibt bis heute bitter nötig. Noch immer werden ungewollt Schwangere in Deutschland kriminalisiert, wenn sie einen Abbruch vornehmen lassen wollen oder müssen. Sie müssen sich einer Zwangsberatung unterziehen, eine dreitägige Zwangsbedenkzeit hinnehmen, müssen stundenlange Fahrtwege in Kauf nehmen, um zu einer durchführenden Praxis zu gelangen, und das alles in einer engen, gesetzlich vorgeschriebenen Frist, nämlich bis zur 12. Schwangerschaftswoche. Nicht zuletzt müssen sie Stigmatisierung und Anfeindungen ertragen, welche durch das Strafgesetzbuch mitgetragen und bestärkt werden. Damit wird vermittelt: Das, was du tust, ist verboten, und du darfst es nicht eigenständig entscheiden! 

Wir sind Müde, weil feministische Bewegungen auf der ganzen Welt seit Jahren die immer gleichen Forderungen stellen – die Antwort aber bestenfalls uneingelöste Versprechungen sind. Schlimmstenfalls schaffen es Rechtspopulisten, wie in den USA unter Donald Trump, die Situation für Millionen Menschen mit Uterus zu verschlimmern, ihre reproduktiven Rechte einzustampfen und faktisch einen Gebärzwang zu etablieren. In Polen, Ungarn und Russland sind Schwangerschaftsabbrüche gänzlich verboten. In Russland sollen Menschen mit Uterus, die keinen Kinderwunsch haben, sich einer “psychologischen Beratung” unterziehen. Pronatalismus geht Hand in Hand mit den erstarkenden Rechten Kräften und aus gebärfähigen Menschen werden Gebärmaschinen gemacht. 

Wir sind wütend, weil die Grundversorgung von Menschen mit Uterus auch in Deutschland weder priorisiert wird, noch gewollt ist. Sowohl die WHO als auch der Europarat haben Deutschland bereits mehrmals für die bestehende Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen abgemahnt. Nicht nur die AfD, auch die CDU und die FDP setzen sich dafür ein, dass die Kriminalisierung von Abtreibungen bestehen bleibt. Traditionelle, konservative Weltbilder werden hochgehalten, die festlegen, wer Kinder bekommen darf und muss und wer nicht. Da ist kein Platz für queere Menschen, für behinderte Menschen, für nicht-weiße Menschen, oder für Menschen, die ihre Familienplanung selbstbestimmt in die Hand nehmen wollen. Die anstehenden Landtagswahlen in Deutschland geben wenig Hoffnung auf Besserung – vielmehr verstärken sie die Angst vor Stigmatisierung und die Verschlechterung der gesundheitlichen Versorgungslage. 

Wir sind müde und wir sind wütend – uns die immer gleiche Leier von mächtigen Männern anzuhören, die weiter über unsere Körper bestimmen wollen.

Und daher sagen wir: Es reicht! Es reicht – wir wollen sichere und legale Schwangerschaftsabbrüche – JETZT!

Wir fordern:

  • dass Menschen, die einen Schwangerschaftsabbruch benötigen, durch die Abschaffung von §218 StGB und §219 StGB entkriminalisiert und entstigmatisiert werden.
  • dass Schwangere ortsnah die medizinische Versorgung bekommen, die sie brauchen
  • dass ein Schwangerschaftsabbruch endlich Teil der gynäkologischen Ausbildung wird!

* Lateinamerika und Karibik; zum Begriff Abya Yala: https://www.npla.de/lexikon/abya-yala/

Du möchtest handeln? Plane eine Aktion vor Ort am 28.9.26 oder rund um das Datum. Unter Mach Mit findest du Aktionsideen und Tipps für die Aktionsplanung.

Teile uns gerne die geplante Aktion im online Formular.  

Bei Fragen erreichst du uns unter safeabortionday@sexuelle-selbstbestimmung.de.

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